Wann kann ich in Rente gehen? Alles über Renteneintrittsalter und Optionen

by Thomas

Wann du in Rente gehen kannst, hängt vor allem von deinem Geburtsjahr und der Anzahl deiner Versicherungsjahre ab. In Deutschland liegt die reguläre Altersgrenze schrittweise bei 67 Jahren, aber es gibt mehrere Möglichkeiten, früher in Rente zu gehen – manchmal sogar ohne Abzüge.

Die reguläre Altersrente: Wann greift sie?

Die reguläre Rente gilt für alle, die lange genug in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben. Für alle, die nach 1964 geboren sind, liegt das Renteneintrittsalter bei 67 Jahren. Wer früher geboren wurde, hat eine etwas niedrigere Altersgrenze. Jemand aus dem Jahrgang 1956 kann beispielsweise mit 65 Jahren und zehn Monaten abschlagsfrei in Rente gehen. Die Grenze wurde also über die Jahre schrittweise angehoben.

Für die reguläre Altersrente brauchst du mindestens fünf Versicherungsjahre. Das ist die sogenannte allgemeine Wartezeit. Hast du die erreicht, hast du grundsätzlich Anspruch auf eine Rente ab der geltenden Altersgrenze.

Früher in Rente gehen: Welche Möglichkeiten gibt es?

Es gibt verschiedene Rentenarten, mit denen du früher aufhören kannst zu arbeiten. Die bekanntesten sind:

  • Altersrente für langjährig Versicherte: Wer mindestens 35 Versicherungsjahre vorweisen kann, darf früher in Rente gehen. Allerdings gibt es dabei Abzüge von 0,3 Prozent pro Monat, den du früher in Rente gehst.
  • Altersrente für besonders langjährig Versicherte („Rente mit 63“): Wer 45 Versicherungsjahre erreicht hat, kann ohne Abzüge früher in Rente gehen. Das genaue Eintrittsalter hängt dabei vom Geburtsjahr ab und wurde schrittweise angehoben.
  • Altersrente für schwerbehinderte Menschen: Wer offiziell als schwerbehinderter Mensch anerkannt ist und mindestens 35 Versicherungsjahre hat, kann unter bestimmten Bedingungen früher Rente beziehen.

Die „Rente mit 63“ ist eigentlich kein festes Alter mehr für alle. Das genaue Eintrittsalter hängt vom Geburtsjahr ab. Wer 1964 oder später geboren ist, muss dafür mittlerweile 65 Jahre alt sein, sofern er oder sie die 45 Versicherungsjahre erreicht.

Was zählt als Versicherungsjahr?

Nicht nur Arbeitsjahre zählen für die Wartezeit. Auch andere Zeiten können angerechnet werden. Dazu gehören zum Beispiel Zeiten der Kindererziehung, Pflegezeiten, Zeiten der Arbeitslosigkeit oder Krankheit. Es lohnt sich daher, den eigenen Versicherungsverlauf genau anzuschauen. Die Deutsche Rentenversicherung schickt dir ab einem bestimmten Alter regelmäßig eine Renteninformation mit einem Überblick über deine bisherigen Versicherungszeiten.

Abzüge oder nicht: Was bedeutet das für deine Rente?

Wer vor dem regulären Renteneintrittsalter in Rente geht, bekommt in den meisten Fällen eine niedrigere Rente. Pro Monat, den du früher in Rente gehst, wird die Rente um 0,3 Prozent gekürzt. Das klingt wenig, summiert sich aber schnell. Wer zum Beispiel drei Jahre früher in Rente geht, hat dauerhaft 10,8 Prozent weniger Rente.

Diese Kürzung bleibt für den Rest deines Lebens bestehen. Es ist daher wichtig, vorher gut zu überlegen, ob sich ein früherer Renteneintritt für dich lohnt. Ein guter Überblick kommt von der Deutschen Rentenversicherung, die auch einen Online-Rechner für den Rentenbeginn anbietet.

Praktische Schritte: So findest du heraus, wann du in Rente gehen kannst

  • Schau in deine letzte Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung. Dort steht, wie viele Versicherungsjahre du bereits gesammelt hast.
  • Prüfe, welche Rentenart für dich in Frage kommt. Das hängt von deinen Versicherungsjahren und deinem Geburtsjahr ab.
  • Nutze den kostenlosen Online-Rentenbeginnrechner auf der Website der Deutschen Rentenversicherung. Dort siehst du konkret, ab wann du Rente beziehen könntest.
  • Berechne, ob ein früherer Renteneintritt mit Abzügen für dich finanziell sinnvoll ist.
  • Vereinbare bei Unsicherheiten einen Beratungstermin bei der Deutschen Rentenversicherung. Die Beratung ist kostenlos.

Gut zu wissen: Rentenbeginn und Antragstellung

Die Rente wird nicht automatisch ausgezahlt. Du musst sie selbst beantragen. Am besten tust du das etwa drei Monate vor dem gewünschten Rentenbeginn. Beachte auch, dass der Rentenbeginn immer auf den ersten eines Monats fällt. Den Antrag kannst du bei der Deutschen Rentenversicherung stellen, entweder online, per Post oder persönlich in einer Beratungsstelle.

Hast du alle Unterlagen zusammen und weißt, wann du in Rente gehen möchtest, läuft die Bearbeitung in der Regel reibungslos. Plane trotzdem etwas Puffer ein, falls Unterlagen fehlen oder nachgereicht werden müssen.

Veelgestelde vragen

Wann kann ich in Rente gehen, wenn ich 45 Versicherungsjahre habe?
Wer 45 Versicherungsjahre erreicht hat, kann im Rahmen der sogenannten Altersrente für besonders langjährig Versicherte ohne Abzüge früher in Rente gehen. Das genaue Alter hängt vom Geburtsjahr ab. Für Jahrgänge ab 1964 gilt ein Eintrittsalter von 65 Jahren für diese Rentenart.

Was passiert, wenn ich früher in Rente gehe als geplant?
Wer vor dem regulären Renteneintrittsalter in Rente geht, bekommt dauerhaft Abzüge von 0,3 Prozent pro Monat, den er früher aufhört. Diese Kürzung gilt für den gesamten Rentenzeitraum und lässt sich nicht rückgängig machen.

Zählt die Zeit der Kindererziehung für die Rente?
Ja, Kindererziehungszeiten werden bei der gesetzlichen Rentenversicherung angerechnet und können auf die Wartezeit angerechnet werden. Wie viele Jahre genau anerkannt werden, hängt vom Geburtsjahr des Kindes und anderen Faktoren ab.

Wie beantrage ich meine Rente?
Den Rentenantrag stellst du selbst bei der Deutschen Rentenversicherung. Das geht online, per Post oder persönlich in einer Beratungsstelle. Mache das am besten etwa drei Monate bevor du in Rente gehen möchtest, damit alles rechtzeitig bearbeitet wird.

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