US-Strafzölle und die Auswirkungen

Strafzölle sind eine Verteidigungsmaßnahme eines Staates, um Einfuhren aus dem Ausland zu verringern und unfairen Handel zu unterbinden. So kann es passieren, dass andere Länder sich mittels Dumpingpreisen einen dauerhaften Zugang zu einem Markt verschaffen und den heimischen Markt schädigen bzw. verdrängen. US-Präsident Trump beispielsweise sieht den eigenen Markt in Gefahr und beschuldigt das Ausland des Dumpings.

 

Das transatlantische Verhältnis zu den Amerikanern hat deutliche Macken nach der Verkündung der Strafzölle durch Trump davongetragen. Konkret geht es um Strafzölle auf Stahl- sowie Aluminiumimporte. Dies würde Deutschland zwar nicht allzu hart treffen, allerdings macht sich der Arbeitsmarkt Sorgen bezüglich indirekter Seiteneffekte, wie zum Beispiel einer Billig-Stahl-Schwemme aus Südkorea oder der Türkei.

 

Insgesamt sind alleine in NRW rund 47.000 Menschen in der Stahlindustrie tätig.  Der Anteil des aus Deutschland stammenden Stahls in den USA beträgt ca. vier Prozent. Dennoch sind aus deutscher Sicht 20 Prozent der Exporte, die nicht in die EU gehen, für die Vereinigten Staaten bestimmt und Strafzölle würden somit einen wichtigen Absatzmarkt belasten.

 

Die angekündigten Strafzölle lösen in der restlichen Welt Proteste aus. China nannte die Entscheidung einen schweren Angriff auf die internationale Handelsordnung. Auch Japan forderte für sich Ausnahmen. Kanada ist der größte Exporteur für Stahl und Aluminium. Kanada und Mexiko werden für eine unbestimmte Zeit ausgenommen.

 

Trump hat klargemacht, dass Kanada nur dann langfristig befreit wird, wenn man zu Nachverhandlungen für das Freihandelsabkommen Nafta bereit wäre. Auch Südkorea drohte die Einschaltung der Welthandelsorganisation (WTO), wenn man keine Ausnahme erreichen kann. Südkorea ist mit fast 4 Milliarden Dollar einer der größeren Stahllieferanten für die USA.

 

Doch nicht nur im Ausland war viel Kritik zu hören: Die höheren Preise werden nicht von den Herstellern im Ausland bezahlt, sondern von Importeuren in den USA. Diese Kosten werden dann an die amerikanischen Verbraucher weitergegeben. Deshalb kam aus Trumps eigener Partei Kritik. Obwohl die US-Wirtschaft zurzeit in einer guten Lage ist, können die Strafzölle nach Ansicht von Kritikern unabsehbare Konsequenzen haben. Da jedes Land seine Interessen schützen möchte, wird es zu entsprechenden Gegenmaßnahmen kommen und sich vermutlich zu einem Handelskrieg ausweiten.

 

Zuletzt gab es unter Präsident George W. Bush im März 2002 Schutzzölle auf Stahl und auch damals gab es Proteste. Die WTO hat sich eingeschaltet und drohte mit Sanktionen. Die EU hatte ebenfalls reagiert und Orangen aus Florida und Motorräder aus Wisconsin zusätzlich mit Einfuhrbeschränkungen belegt. Diese Staaten waren auch für Bushs Wiederwahl ausschlaggebend, sodass nicht einmal zwei Jahre danach die Strafzölle wieder aufgehoben wurden

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