Schritt für Schritt aus der Schuldenfalle

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In der heutigen Zeit ist es schnell passiert, dass jemand in die Schuldenfalle gerät. Viele Einzelhändler und Versandhäuser bieten Ratenkäufe an. Telekommunikationsanbieter versuchen Verträge abzuschließen und ködern die Kunden mit modernen Endgeräten. Irgendwann besteht die Gefahr, den Überblick zu verlieren. Dann reicht am Monatsende das Geld nicht mehr zum Leben aus. Besonders schwierig wird die Situation, sobald die wirklich wichtigen Dinge, wie Miete, Strom und Heizung nicht mehr bezahlt werden können. Spätestens dann ist es sinnvoll, einen Weg aus der Schuldenfalle zu finden.

Aller Anfang ist schwer
In vielen Fällen fehlt zunächst die Einsicht, eine derart schwierige Situation zu erkennen. Sobald dies geschehen ist, muss eine Art Kassensturz erfolgen. Alle Verbindlichkeiten sollten dazu aufgelistet werden. Auf diese Weise wird ermittelt, wie viel Geld erforderlich ist, um die wiederkehrenden und die noch offenen Forderungen zu begleichen. Sollte der Überblick über die Verbindlichkeiten bereits verloren gegangen sein, hilft es nur, alle Gläubiger anzuschreiben, um sich die noch offenen Forderungen schriftlich mitteilen zu lassen. Der Überblick über die finanziellen Forderungen ist von entscheidender Bedeutung für das weitere Vorgehen.
Daneben sollten auch sämtliche Einkünfte aufgelistet werden. Dabei muss objektiv und realistisch vorgegangen werden. Auf keinen Fall dürfen dabei keine fiktiven Einkünfte, wie beispielsweise das zu erwartende Geldgeschenk der Oma oder Ähnliches mit eingeplant werden.
Alle laufenden Ausgaben, wie beispielsweise Miete, Strom, Wasser, Heizung, Zeitschriften-Abos, Mitgliedsbeiträge für Vereine und andere Dinge müssen ebenfalls sorgfältig aufgelistet werden. Sobald alle diese Dinge erledigt sind, ist der erste Schritt schon geschafft.

Die Ausgaben reduzieren
Eine erfolgreiche Möglichkeit, Schulden abzubauen, besteht in der Verringerung der Ausgaben. Es sollte sorgfältig überlegt werden, in welchen Bereichen Einsparungen möglich sind. Das kann die Kündigung des Zeitungs-Abonnements oder die Wahl eines günstigeren Telefontarifs sein. Alle regelmäßigen Ausgaben, die in dem Moment nicht unbedingt erforderlich sind, sollten sofort vermieden werden. Sobald sich die finanzielle Situation wieder entspannt hat, kann beispielsweise über ein erneutes Abo oder Ähnliches nachgedacht werden. Das primäre Ziel sollte immer darin bestehen, eine Privat Insolvenz zu vermeiden. Eine Privat Insolvenz ist nämlich nicht immer die beste oder die einzige Lösung, um vom Schuldenberg herunterzukommen.

Das Einkommen steigern
In vielen Fällen besteht die Möglichkeit, das Einkommen zu erhöhen. Dazu ist allerdings eine hohe Leistungsbereitschaft erforderlich. Beispielsweise ist es möglich, nebenbei als Zeitungszusteller oder Regalauffüller zu arbeiten. Das führt natürlich zu einer erhöhten körperlichen Belastung. Kein Mensch ist zudem auf Dauer in der Lage, einen Nebenjob langfristig auszuüben. Als Lösung, um kurzfristig das Einkommen zu erhöhen, ist dies aber eine einfache Möglichkeit. Ein großer Fehler, der häufig in einer solchen Situation begangen wird, ist, Schulden mit neuen Schulden zu begleichen. Das sollte unbedingt vermieden werden.
Eine gute Möglichkeit, um schnell an Bargeld zu gelangen, ist der Verkauf von überflüssigen Gegenständen. Nahezu jeder Mensch besitzt Gegenstände, die er eigentlich gar nicht mehr benötigt. Solche Sachen lassen sich recht einfach über bekannte Kleinanzeigenportale oder Auktionsportale im Internet verkaufen.

Wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind
Lassen sich weder die Ausgaben reduzieren noch die Einnahmen erhöhen, bleibt in der Regel nur der Weg zur Schuldenberatung. Dabei ist jedoch größte Vorsicht geboten, da sich in dieser Branche einige „Schwarze Schafe“ tummeln. Sie ködern Kunden damit, dass sämtliche Schulden nur noch an diesen einen Gläubiger zu bezahlen sind. Mitunter werben diese Unternehmen auch damit, auf einen Schufa-Eintrag zu verzichten. Für solche unseriösen Dienstleister müssen die Schuldner horrende Gebühren entrichten. Dadurch werden die finanziellen Forderungen eher höher als geringer. Seriöse Schuldenberatungsstellen sind daran zu erkennen, dass sie ihre Dienste kostenlos anbieten. Die Schuldenberater haben eine große Erfahrung im Umgang mit verschuldeten Menschen. Oftmals gelingt es ihnen, Verhandlungen mit Gläubigern zu führen, mit dessen Ergebnis sowohl der Schuldner als auch der Gläubiger gut leben kann. Mögliche Wege einer Vereinbarung bestehen in der Stundung der Forderungen oder einer Rückzahlung in Raten. Auf diese Weise wird verhindert, dass ein Gläubiger ein Inkasso Unternehmen mit der Eintreibung der Schulden beauftragt. Doch auch durch ein Inkasso Unternehmen sollte sich kein Schuldner verunsichern lassen. Auf keinen Fall sollten solche Leute sofort in die Wohnung gelassen werden. Notfalls ist es ratsam, die Polizei zu rufen. Angestellte eines Inkasso Unternehmens versuchen in der Regel, eine Unterschrift unter einem Schuldanerkenntnis zu erzwingen. Eine solche Unterschrift sollte bestenfalls dann erfolgen, wenn die Umstände von Fachleuten geklärt sind.

Als letzte Möglichkeit bleibt die Privat Insolvenz
Falls weder eine Einigung mit Gläubigern möglich ist noch mit irgendwelchen zusätzlichen Einnahmen zu rechnen ist, bleibt nur der Weg in die Privat Insolvenz. Dabei sollte es sich allerdings nur um die letzte Möglichkeit handeln, den Schuldenberg wieder abzubauen. Auch dann, wenn ein Schuldner den Weg in die Privatinsolvenz geht, kann er ein normales Leben führen. Es wird ihm auf jeden Fall so viel Geld gelassen, wie er zum einfachen Leben benötigt. Wertgegenstände können im Zuge eines solchen Verfahrens verwertet werden. Das gilt aber nicht für Dinge, die zum Leben erforderlich sind. Anzumerken ist, dass eine Privat Insolvenz keinesfalls kostenlos ist. Die Gebühren dafür betragen zwischen 1000 und 2500 Euro. Auch dann, wenn der Schuldenschnitt erfolgt und somit der Schuldner wieder schuldenfrei ist, müssen diese Gebühren entrichtet werden. Es gibt jedoch die Möglichkeit der Stundung.

Einer erneute Überschuldung vorbeugen
Sofern wieder ein Einkommen erzielt wird, sollte jeder ein kleines Vermögen aufbauen, um im Ernstfall einige finanzielle Reserven parat zu haben. Selbst mit kleinen Geldbeträgen, die regelmäßig gespart oder angelegt werden, kann jeder ein kleines Vermögen aufbauen. Beispielsweise weist Der-GeldBlog.de einige gute Möglichkeiten auf, mit wenig Geld hohe Renditen zu erzielen. Wenn jeden Monat nur ein paar Euro beiseitegelegt werden, sammelt sich im Laufe der Zeit eine ganz nette Summe an, die dann für größere Ausgaben zur Verfügung steht. Dann braucht beispielsweise ein neues Fernsehgerät oder ein neuer Kühlschrank nicht mehr in Raten bezahlt werden. Denn gerade durch diverse Ratenzahlungen geraten viele Menschen in die Schuldenfalle.

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