Anlegertipp der Woche

Siemens hat in den letzten Tagen für glänzende Augen bei Anlegern gesorgt.

Die Tochter „Healthineers“ aus der Sparte der Medizintechnik soll an die Börse gehen, um die finanziellen Mittel aufzubessern. Das ohnehin mit Erfolg verwöhnte Unternehmen hatte letztes Geschäftsjahr einen Umsatz von 13,8 Milliarden Euro und ist somit das profitabelste Geschäft von Siemens.

Der Konzern legte die Preisspanne für das Papier auf niedrige 26 bis 31 Euro fest. Der niedrige Preis hängt mit der unsicheren Börsensituation zusammen, die durch die Ankündigung der Strafzölle der USA hervorgerufen wurde. Mit einem Marktwert von 31 Milliarden Euro ist es der größte Börsengang in Deutschland seit vielen Jahren und dennoch fällt der Marktwert aufgrund des volatilen Markts niedriger aus als von Analysten erwartet.

Wer also noch zum Einstiegspreis Anteile kaufen möchte, sollte sich beeilen: Das Verkaufsangebot läuft nur noch bis zum 15. März. Der erste Handelstag erfolgt dann am Folgetag. Umworben wurden potenzielle Investoren mit einer höheren Rentabilität und der Ausschüttung von Dividenden, welche die Hälfte des Gewinns ausmachen sollen. Letztendlich suchen Konsortialbanken wie die Deutsche Bank, Goldman Sachs und JP Morgan eine gesunde Mischung aus langfristigen Anlegern und Hedgefonds, die für Liquidität sorgen sollen. Großes Interesse gibt es auch in den USA, obwohl dort die Konkurrenz des Marktführers, wie zum Beispiel Johnson & Johnson sowie Medtronic, ihren Sitz haben. Die Emission ist allerdings so hoch, dass Fonds und Versicherungen an einem so großen Börsengang nicht einfach vorbeigehen können.

Im Vergleich: Die größte Emission in Deutschland gab es, als 1996 die Telekom die erste Privatisierung durchlief. Der Emissionswert lag bei 10 Milliarden Euro und war somit doppelt so hoch wie der eigentliche Börsengang.

Im Detail beschäftigt sich Healthineers mit bildgebenden Systemen, Labordiagnostik, Ultraschall sowie neuen Therapien. Besonders in den bildgebenden Systemen wie Röntgen und Computertomographie ist das Unternehmen Marktführer. Diese Sparte wird auch in der Zukunft eine hohe Bedeutung haben und Kurse werden langfristig gesehen steigen. Investoren müssen aber überzeugt werden. Diese waren bisher nämlich eher kritisch gegenüber der neu präsentierten Labordiagnostikplattform „Atellica“ eingestellt. Durch diese Skepsis und des Marktumfeldes kann es kurzfristig sogar zu Einbrüchen kommen. Richtige Erfolge kann Healthineers aufgrund des jungen Alters der Sparte noch nicht verkaufen.

Offen steht auch, wie Siemens sich gegenüber der Tochter verhält. Es wäre durchaus denkbar, dass der Kurs der Siemens-Aktie negativ durch das Spin-off beeinflusst wird. Der Erlös des Börsengangs kommt hauptsächlich der Mutter zugute. Durch die 15 Prozent Healtineers-Anteile in der Hand, gehen die Einnahmen in die Tasche von Siemens. Ob Siemens damit die Medizintechniksparte entlasten möchte, steht noch offen. Ein Teil der Einnahmen könnte auch dazu verwendet werden, um das Aktienrückkaufprogramm aufzubessern. Sollte dies passieren, würden erst einmal nur Siemens-Aktionäre profitieren.

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