Abgeltungssteuer für Arm und Reich

Leuten, die ihr Geld sparen, könnte es bald mit der GroKo noch härter treffen. Sollte die GroKo nach der Abstimmung der SPD zustande kommen, wären bereits Steuerpläne vorhanden, die nicht bei jedem auf Zustimmung stoßen werden.

So sollen Zinsen demnächst mit bis zu 45 Prozent versteuert werden. Diese Pläne sind unauffällig im Koalitionsvertrag auf Seite 69 vereinbart worden: „Die Abgeltungssteuer auf Zinserträge wird mit Etablierung des automatischen Informationsaustausches abgeschafft.“ Die Abgeltungssteuer wurde 2009 eingeführt und soll Anleger davon abhalten, Kapital aus Deutschland abzuziehen und im Ausland zu versteuern. Durch den grenzübergreifenden Austausch von Steuerdaten hat sich dies geändert und Steuerhinterziehung mittels Steueroasen wie Monaco & Co wurden Einhalt geboten. Bisher wurden Kapitaleinkünfte pauschal mit 25 Prozent (Mit dem Soli wären es somit insgesamt 26,375 Prozent plus Kirchensteuer) Abgeltungssteuer fällig, welche auch direkt von der Bank eingezogen werden.

Vorteil: Der Steuerzahler muss Kapitaleinkünfte nicht mehr in die Steuererklärung eintragen und erfährt damit eine große Erleichterung. Der Sparerfreibetrag beträgt für Ledige 801 Euro und für Ehepaare 1.602 Euro. Im Vergleich: Vor Schröder lag dieser noch bei 3000 Euro pro Person.

Die SPD möchte die bisherigen 25 Prozent auf Zinsen so schnell wie möglich abschaffen – mit der Argumentation, dass diese Steuer die Reichen angeblich bevorzugt behandle als die Lohneinnahmen der normalen Arbeiter.

Stimmt das?

Wer nun über den Sparfreibetrag kommt und sein Geld eher in einem Sparbuch bunkert, verliert aufgrund des persönlichen Steuersatzes bei Zinseinnahmen viel Geld. Der persönliche Steuersatz liegt bei einem versteuerten Einkommen von 21.000 Euro bei Ledigen bereits über dem Steuersatz der Abgeltungssteuer. Auch Inhaber von Rentenfondsanteilen sind nach aktuellen Plänen nicht steuerbefreit. Menschen, die über höhere finanzielle Mittel verfügen und diese in Form von Aktien anlegen, müssten lediglich wie bisher die Abgeltungssteuer von 25 Prozent plus Soli bezahlen, obwohl der persönliche Steuersatz weit darüber liegt.

Die Teilabschaffung der Abgeltungssteuer klingt daher nicht wirklich fair und schröpft die Sparer immer weiter. Schon ab einem Einkommen von über 20.000 Euro hat der Steuerzahler eine Mehrbelastung durch die neue Regelung. Somit ist auszugehen, dass die Mittelschicht im Fokus liegt.

Im Grunde genommen wird mit der teilweisen Abschaffung der Abgeltungssteuer nichts Gutes getan. Banken und Steuerberater werden mittels Umwandlung der Zinsen in Kursgewinne die Regelung umgehen und weiterhin nur 25 Prozent versteuern. Der Aufwand für die Steuererklärung wird nicht wie versprochen vermindert, sondern eher verkompliziert.

Fazit:

Am Sonntag dem 04.03.2018 wird die Abstimmung zur großen Koalition bekannt gegeben. In der jetzigen Form werden Sparer, besonders wenn die Zinsen langfristig steigen, gegenüber Aktienanlegern deutlich benachteiligt. Wir verfolgen die Koalitionsgespräche weiterhin und halten Sie auf dem aktuellsten Stand!

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